Die Mondiali Antirazzisti findet statt

In diesen Tagen hatten die OrganisatorInnen abzuwägen, ob und in welcher Weise die Mondiali Antirazzisti angesichts der Erdbeben der letzten Wochen und der massiven Folgen für die Menschen in der Region stattfinden können.

Es gibt zwei Aspekte, die dafür sprechen, die Mondiali Antirazzisti stattfinden zu lassen:

Der erste war eine ethische Frage:

Ist es richtig – in einem Moment wie diesem – alles alltägliche abzusagen, jedes Spiel und jede Gelegenheit zur Diskussion auszusetzen? Für uns nicht!

Sicherlich muss die Mondiali Antirazzisti, die von den Erdbeben Betroffenen einbeziehen, auch als Ort um Geld zu sammeln. Die UISP wird in den nächsten Monaten unter anderem mit sportlichen Aktivitäten innerhalb und außerhalb der Notunterkünfte versuchen ein Stück Normalität in den Alltag zu bringen. Darüber hinaus wird denen, die in den nächsten Monaten mit den Folgen der Erdbeben leben müssen auch psychologische Unterstützung angeboten, denn L’Aquila hat uns einiges gelehrt (L’Aquila in den Abruzzen wurde vor drei Jahren von einem starken Erdbeben heimgesucht.)

Wir wollen – nicht nur während der Mondiali Antirazzisti – die Menschen, die in den Zeltstädten auf engstem Raum leben müssen und jenen, die verständlicherweise nicht in ihre Häuser zurückgehen und es vorziehen in den Autos zu übernachten, einbeziehen. Wir wollen dafür sorgen, dass die Mondiali Antirazzisti für sie ein wenig Entspannung, eine Auszeit oder einfach nur eine besondere Gelegenheit wird, auch mit der Unterstützung der ausländischen Teams, die uns in den vergangenen Tagen häufig kontaktiert haben und uns ermutigt haben, die Mondiali Antirazzisti so zu veranstalten.

In L’Aquila waren wir vor Ort. Und viele der hauptamtlichen und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen haben uns gedrängt, die sozialen und psychologischen Aspekte, die ein Erdbeben ebenfalls zur Folge hat, nicht aus den Augen zu verlieren.

Die Mondiali Antirazzisti und insbesondere die Kampagne „Wir erwarten die Mondiali“ – können als Resonanzboden dienen: z.B. planen in Rom das örtliche Komitee der UISP gemeinsam mit Liberi Nantes ein Turnier für Ende Juni, um Geld für die Betroffenen zu sammeln, welches sie wiederum auf der Mondiali Antirazzisti übergeben werden. In dieser Hinsicht gibt es viele Möglichkeiten…

Der zweite Aspekt ist ein ökonomischer: Die Mondiali Antirazzisti hat keine eigenen finanziellen Ressourcen und die finanziellen Mittel sind an kleine Projekte und Patenschaften rund um das Fest und die Turniere gebunden. Das bedeutet; dass wir den Sponsoren und Unterstützern Raum geben müssen, sich zu präsentieren. Und ohne Fest und die Turniere können wir der vom Erdbeben geplagten Bevölkerung auch nichts (zurück)geben.

Aber auch in dieser Hinsicht überprüfen wir unsere Kontakte und Entscheidungen: Wir werden den Parmesan bei den Unternehmen kaufen, die zu Solidartätskäufen aufgerufen haben. Das Gleiche werden wir tun, wenn es weitere Berichte dieser Art gibt. Die Zelte, die wir für die Mondiali für unsere freiwilligen Helfer akquiriert haben, werden wir denen überlassen, die sie benötigen, ebenso wie die Schlafsäcke.

Weitere Entscheidungen werden wir in den nächsten Tagen fällen und wir bedanken uns jetzt schon mal für Hinweise, die von eurer Seite kommen (werden)!

von Hier: http://www.mondialiantirazzisti.org/new/?p=308&lang=de#more-308